Kniegelenk

Informationen Ihrer Gelenkspezialisten in Rostock

Das Kniegelenk

Das Kniegelenk stellt die Verbindung zwischen dem Oberschenkelknochen (Femur) und Schienbein (Tibia) dar und muss der täglichen Belastung standhalten. Im Kniegelenk werden drei Gelenkanteile unterschieden. Man unterscheidet den inneren und äußeren Gelenkanteil zwischen Oberschenkel und Schienbein. Die Knochen sind hier von Gelenkknorpel als Stoßdämpfer bedeckt. Zwischen den Knochen, im sogenannten Gelenkspalt, liegen als zusätzliche Puffer die Zwischengelenkscheiben (Menisken), die zu einer gleichmäßigen Lastverteilung beitragen. Zwischen dem Oberschenkelknochen und der Kniescheibe (Femoropatellargelenk) liegt der dritte Gelenkabschnitt. Wenn in einem der Gelenkabschnitte eine Schädigung vorliegt, z.B. durch eine chronische Überlastung oder einen akuten Unfall (z.B. Knieverrenkung) kann es zu Beschwerden bei der täglichen Belastung oder beim Sport kommen. Dann kann nach Untersuchung und Diagnostik eine entsprechende konservative oder operative Behandlung eingeleitet werden.

Bei Beschwerden und geringen Veränderungen in der Bildgebung (z.B. Röntgen, MRT), kann ein konservativer Behandlungsversuch erfolgen. Dieser inkludiert die Eigenbeübung, unterstützt durch Krankengymnastik. Als invasive Maßnahmen bieten wir additiv intraartikuläre Injektions-Therapien (Spritzen-Therapie im Gelenk) an. Hierbei kommen Hyaloronsäure oder ACP© (autologes zellreiches Plasma aus Eigenblut) zum Einsatz.

Ihre Gelenkspezialisten

Alle Praxisärzte sind speziell ausgebildet in der konservativen und operativen Behandlung von Kniebeschwerden, welche aufgrund von Überbelastung, Verschleiß oder durch einen akuten Unfall verursacht werden. Die langjährige klinische Erfahrung unserer Kniespezialisten in Kombination mit der Teilnahme an zahlreichen Fortbildungen und speziellen Operationskursen sorgt für ein hohes Maß an Behandlungsqualität.

Dr. med. Frank Vogler

Chirurg/Unfall­chirurg

Spezialgebiete

Kniechirurgie
Fußchirurgie
Unfall­chirurgie

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Dr. med. Jörg Weber

Orthopäde/Unfall­chirurg

Spezialgebiete

Schulter­chirurgie
Ellenbogen­chirurgie
Handchirurgie
Kniechirurgie
Unfallchirurgie

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Holger Finze

Chirurg/Unfall­chirurg

Spezialgebiete

Allgemein­chirurgie
Unfall­chirurgie
Kniechirurgie
Notfall­medizin

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Übersicht über das Behandlungsspektrum:

  • Meniskus (Mensikusriss, Meniskopathie)
  • Knorpelschäden (Chondropathie, Arthrose)
  • Vorderes Kreuzband (= VKB, vordere Kreuzbandruptur = VKB-Ruptur = vorderer Kreuzbandriss)
  • Kniescheibenverrenkung (Patella-Luxation)

Behandlungsspektren

Meniskus (Mensikusriss, Meniskopathie)

Verletzungen der Knorpelscheiben (Menisci) im Kniegelenk können sowohl den Innenmeniskus als auch den Außenmeniskus betreffen. Die Ursachen können degenerativ oder traumatisch (z.B. durch eine Sportverletzung) sein. Auch eine Instabilität des Kniegelenkes, z.B. als Folge einer Kreuzbandverletzung, kann eine Ursache darstellen.

Die Versorgung von Meniskusverletzungen erfolgt bei uns minimalinvasiv (Arthroskopie = Gelenkspiegelung). Bei der Operation versuchen wir möglichst viel Meniskusgewebe, und damit dessen wichtige Stoßdämpferfunktion für das Kniegelenk, zu erhalten. Hierzu werden große Meniskusanteile mit speziellen Nähten und Nahtankern refixiert (genäht). Ob eine Meniskus-Naht sinnvoll und möglich ist, hängt von verschiedenen Parametern, z.B. der Rissgröße, Risskonfiguration, Alter der Verletzung und Alter des Patienten ab.

Nach einer Naht ist eine Entlastung des Beines für 6 Wochen und das Tragen einer Knieorthese über denselben Zeitraum notwendig. Wenn im Rahmen einer Operation erkrankte Meniskusteile nur entfernt werden, ist eine zügige Vollbelastung des Beines möglich.

Knorpelschäden (Chondropathie, Arthrose)

Knorpelschäden können z.B. akut im Rahmen von Unfällen oder in der Folge von Meniskusverletzungen oder Kniegelenkinstabilitäten (z.B. bei nicht behandelten Kreuzbandrissen) auftreten. Die Schädigung des Knorpels wird mit zunehmender Schwere in die Grade 1-4 (n. Outerbridge) eingeteilt, wobei Grad 1 einer Auflockerung des Knorpels, Grad 4 ein Fehlen des Knorpels beschreibt. Dabei können die Knorpelschäden nur einzelne Stellen oder das gesamte Kniegelenk betreffen.

Konservativ (Hyaloronsäure, ACP© = autologes zellreiches Plasma)

Bei geringgradigen, schmerzhaften Knorpelschäden besteht die Möglichkeit eines konservativen Therapieversuches. Hier bieten wir intraartikuläre Injektions-Therapien (Spritzen-Therapie im Gelenk), z.B. mit Hyaloronsäure oder ACP© (autologes zellreiches Plasma aus Eigenblut) an. Begleitend wird die krankengymnastische Übungsbehandlung durchgeführt.

Operativ

Unser operatives Vorgehen zur Behandlung von Knorpelschäden ist minimalinvasiv (Arthroskopie = Gelenkspiegelung) und erfolgt mit dem Ziel, die Beschwerden zu lindern, die Gelenkfunktion zu verbessern und das Voranschreiten des Gelenkverschleißes zu verzögern. Die Operation erfolgt z.B. bei dauerhafter Flüssigkeitsansammlung mit Schwellneigung des Kniegelenkes, freien Gelenkkörpern mit Blockadesymptomatik oder gleichzeitig vorliegenden schmerzhaften Meniskusschäden.

Abhängig von den zugrunde liegenden Ursachen und dem Ausmaß des Schadens, kommen verschiedene operative Verfahren zum Einsatz.

Gelenksäuberung (Débridement)

Das Débridement erfolgt, wenn der Knorpelschaden sehr klein und eine Knorpelreparation nicht notwendig ist. Oder es erfolgt, wenn der Knorpelschaden sehr groß ist und eine Knorpelreparation nicht erfolgversprechend erscheint. Bei der Gelenksäuberung werden mit einem Shaver (Rasierapparat) lose Knorpel-und Meniskusanteile oder freie Gelenkkörper („Gelenkmaus“) entfernt.

Mikrofrakturierung (microfracture n. Steadman, Pridie-Bohrung)

Bei diesen Techniken wird mit kleinen Bohrern oder Spitzen Instrumenten die Knochenlamelle unter dem Knorpeldefekt eröffnet. Dadurch treten Blut und unspezifische Bindegewebszellen in die Defektzone. Aus diesen kann sich dann ein „Ersatzfaserknorpel“ bilden, welcher nicht dieselben Eigenschaften wie der gesunde Knorpel hat, aber zu einer Deckung des Defektes führt. Mit diesem Verfahren können Knorpeldefekte von bis zu 2-3 cm² behandelt werden.

Das operierte Knie muss in der Regel 6 Wochen an Gehstützen entlastet werden, damit sich das Knorpelregenerat bilden kann.

Abrasionsarthroplastik

Sollten bereits größere Teile des Knochens keinen Knorpelüberzug mehr aufweisen (sog. Knorpelglatze) kann der Knochen mit kleinen, scharfen Fräsern im Rahmen der Arthroskopie angefrischt werden. Das Verfahren trägt zur Knorpelregeneration im Knie bei.

Vorderes Kreuzband (= VKB, vordere Kreuzbandruptur = VKB-Ruptur = vorderer Kreuzbandriss)

Die Kreuzbänder sind wichtige Stabilisatoren des Kniegelenkes. Das vordere Kreuzband zerreist (rupturiert) häufig im Rahmen von Sportverletzungen/Knieverdrehungen. Wissenschaftliche Studien über die Kreuzbandersatzplastiken haben gezeigt, dass die korrekte Positionierung des eingebrachten Transplantates wichtig für den klinischen Erfolg der Operation ist. Unsere Operateure verfügen über eine langjährige Erfahrung in der Kreuzbandchirurgie und haben an speziellen Operations-Kursen teilgenommen.

Operationszeitunkt

Nach einer frischer Kreuzbandruptur (Zerreißung) kann der Eingriff entweder innerhalb der ersten 48 Stunden oder im Intervall nach 6 Wochen erfolgen. Die frühe Versorgung erfolgt v.a. bei akut behandlungsbedürftigen Begleitverletzungen, z.B. Meniskusrissen oder gleichzeitigen Rupturen des Seitenbandsystems (komplexe Kniegelenkinstabilität).

Ansonsten kann die OP 6 Wochen nach dem Unfall und somit nach der entzündlichen, posttraumatischen Phase erfolgen. Die Zeit bis zur Operation wird zur Abschwellung des Gelenkes und Wiedererlangung der Beweglichkeit unter krankengymnastischer Anleitung genutzt. In der Regel wird eine Orthese zur externen Stabilisierung und Unterstützung des Halteapparates verordnet.

Eine Operation zwischen 48h und 6 Wochen nach dem Unfall ist möglich, wenn sich das Gelenk gut beweglich und reizlos darstellt. Ansonsten ist mit einer erhöhten Arthrofibroserate (Gelenksteife) zu rechnen.

Kreuzband-Operation (vordere Kreuzbandersatzplastik)

Die Kreuzbandersatzplastik erfolgt arthroskopisch assistiert. Das Ziel der Operation ist die anatomische Rekonstruktion des vorderen Kreuzbandes, um die bestmögliche Stabilisierung und Beweglichkeit des Kniegelenkes wiederherzustellen.

Als Kreuzbandersatz dient körpereigenes Sehnengewebe, welches dem Patienten in derselben Operation an anderer Stelle entnommen und dann als vordere Kreuzbandersatzplastik wieder implantiert wird. Wir verwenden in der Regel die Semitendinosus-/Gracilis-Sehne (hamstring) vom gleichseitigen Oberschenkel. Der Vorteil dieser Hamstring-Transplantate liegen darin, dass für Ihre Gewinnung kein extra Schnitt notwendig ist.

Andere mögliche Transplantate sind Patellarsehnen- und Quadrizepssehnenstreifen. Alle genannten Transplantate weisen eine vergleichbare Reißfestigkeit und Elastizität auf, auch vergleichbar mit den Eigenschaften des originären vorderen Kreuzbandes. Die Verankerung der Transplantate im Knochen erfolgt über verschiedene, etablierte Faden- und Ankersysteme.

Die Einheilung des vordere Kreuzbandtransplantates ist enorm wichtig für das klinisch Ergebnis. Die Dauer der Einheilung kann nicht beschleunigt werden, die biologischen Reparatur- und Einheilungsvorgänge müssen bei der Nachbehandlung respektiert und berücksichtig werden. Das Tragen einer Orthese ist für 6 Wochen nach der Operation obligat. Begleitend erfolgt die krankengymnastische Übungsbehandlung, Lymphdrainage und die häusliche Beübung auf einer Motorschiene (CPM = continuous passive motion). Gehfähigkeit mit Vollbelastung ohne Gehstützen kann nach 6-8 Wochen erlangt werden. Mit einer Sportbelastungsfähigkeit des Kniegelenkes ist nach 6-9 Monaten zu rechnen.

Kniescheibenverrenkung (Patella-Luxation)

Kniescheibenverrenkungen können im Rahmen von Unfällen, z.B. direktem Tritt gegen das Kniegelenk, auftreten. Auch Bagatelltraumata (z.B. Knieverdrehung) können zu einer Ausrenkung führen. Dann liegen häufig begünstigende Faktoren (X-Bein, flach ausgeprägte Patella-Gleitrinne, laxer Bandapparat, etc.) vor. Häufige Luxationen (Verrenkungen) sollten vermieden werden, da diese zu schweren, schmerzhaften Knorpelschäden hinter der Kniescheibe führen können.

Nach einer Patellaluxation (Kniescheibenverrenkung) wird die zugrunde liegende Ursache gesucht und anschließend zielgerichtet operativ oder konservativ angegangen. Es stehen zahlreiche Operationstechniken zur Verfügung, von rein arthroskopischen Verfahren mit Raffung des medialen Halteapparates der Kniescheibe bis zur Rekonstruktion des medialen Patellofemoralen Bandes (MPFL) mit körpereigenem Sehnengewebe.

Die Nachbehandlung nach einer Sehnenplastik (MPFL) dauert 6-8 Wochen und beinhaltet das Tragen einer Orthese sowie die krankengymnastische Übungsbehandlung. Mit einer Sportbelastungsfähigkeit ist 6 Monate nach der Operation zu rechnen.